Reisehinweise zu Segeltörns

Sie möchten gern einen ERD-Segeltörn buchen? Vielleicht ist es Ihr erster Törn und Sie wissen über die segelspezifischen Dinge noch nicht Bescheid. Mit diesen Informationen möchten wir Ihnen einige Hinweise geben. Sollten Fragen offen bleiben, so rufen Sie uns einfach an: 0711/82032210 oder nehmen per Email Kontakt mit uns auf: erd@rd.de

Tipps zur Vorbereitung:
Die von uns angegebenen Törnrouten können nicht 100 %ig verbindlich sein. Die Routen können nur eingehalten werden, wenn dies vom Wind und von der Crew her möglich ist. Wir empfehlen Ihnen trotzdem, sich anhand von einschlägiger Reiseliteratur auf das neue Land und die Gegend vorzubereiten.Das sogenannte "Kofferpacken" entfällt bei dieser Reiseart. Einen Koffer können Sie auf das Boot nicht mitnehmen. Ihre ganzen Utensilien und Ihre Kleidung sollte deshalb in einem Seesack, in einer Reisetasche oder in einem Stoffkoffer, der zusammengeklappt werden kann, verpackt werden. Bitte denken Sie an folgende Dinge besonders: 2 Paar Turnschuhe mit rutschfester weißer Sohle. Am besten eignen sich Leinenturnschuhe. 1 Pullover, 1 Regen- oder 1 windfeste Jacke (soweit vorhanden davon auch 1 Hose). Sie benötigen nicht unbedingt einen Segelanzug, eine wasserabweisende Jacke tut es auch. Vielleicht steht Ihnen auch ein Overall zur Verfügung, den die Motorradfahrer im Sommer tragen. Wichtig ist eine windfeste Mütze, eine sehr gute Sonnenbrille mit Brillenhalter, Waschzeug, Badeanzug, sehr wichtig ist ein Leintuch, ein kleines Kopfkissen und ein Schlafsack. Wenn Sie unbedingt auch einmal draußen an Deck schlafen wollen, um den Sternenhimmel zu genießen, nehmen Sie sich vielleicht noch eine Luftmatratze mit. Nehmen Sie allerdings nicht zuviel mit, der Platz an Bord ist sehr beschränkt und Sie müssen alles in wenigen Fächern und Schubladen verstauen.

Seekrankheit:
Viele haben damit gar keine Schwierigkeiten. Wenn Sie noch nie auf einem Segelboot waren, wissen Sie vielleicht nicht, wie Ihr Körper reagiert. Vorsichtshalber können Sie sich vom Arzt ein Mittel gegen Seekrankheit verschreiben lassen und dieses mitnehmen. Am Vortreffen für den Törn (siehe Service - Informationsabend) kann Ihnen auch der Skipper Ratschläge geben. Sollten Sie Nichtschwimmer sein, so sollten Sie dies unbedingt am Vortreffen dem Skipper mitteilen.

Flugticket:
Ihr Flugticket erhalten Sie normalerweise am Flughafen bei der Abreise vom Skipper überreicht. Bitte heben Sie dies sorgfältig auf, denn Sie benötigen es auf jeden Fall auch für den Rückflug. Verloren gegangene Tickets können leider nicht ersetzt werden, man muß dann auf jeden Fall ein neues Ticket kaufen, dies kann sehr teuer sein.

Der erste Tag an Bord:
Bevor Sie an Bord gehen, sollten Sie unbedingt Ihre Schuhe prüfen. An Bord dürfen Sie nur mit rutschfesten Turnschuhen herumlaufen. Springen Sie auf keinen Fall an Bord oder springen Sie auch nicht ohne Hinweis des Skippers vom Schiff. Benutzen Sie dafür den Bootssteg oder beachten Sie die Anweisungen des Skippers. Viele Dinge an Bord werden für Sie neu sein. Überall an Bord lauern kleine Gefahren für Füße und Kopf. Es geht sehr beengt zu und man sollte schon in den ersten Tagen besonders aufpassen. An Bord wird Ihnen der Skipper viele Dinge erklären. Auf einige Punkte möchten wir Sie besonders hinweisen:

a) Bitte bedienen Sie keine technischen Einrichtungen insbesondere UKW-Funkgeräte, Elektrik, WC,
Schalter, Leinen, Anker usw., wenn Ihnen der Skipper dies nicht vorher erklärt hat oder Sie
ausdrücklich gebeten hat, die Funktion in Gang zu setzen.

b) Besonders neu wird für Sie auch die Bordtoilette sein. Diese kann bei falscher Handhabung sehr
schnell verstopfen und es ist sehr unangenehm, die ganze Toilette auszubauen und zu reinigen.
Deshalb sollten Sie nach jedem "größeren Geschäft" zunächst mindestens 10 mal abpumpen.
Achtung: Weibliche Hygieneartikel sind nicht abpumpbar. Lassen Sie sich die Handhabung des
WC genau erklären. Fragen Sie nach, wenn der Skipper Ihnen etwas nochmals erklären soll.

c) Rauchen an Bord. Rauchen an Bord ist sehr problematisch. An Bord gibt es Propangasbehälter und es gibt leicht entflammbare Stoffe. Rauchen Sie möglichst nie unter Deck. Achten Sie unbedingt darauf, wenn Sie an Deck rauchen, dass Sie Ihre Kippe, bevor Sie sie wegwerfen, sorgfältig ausmachen. Achten Sie auf jeden Fall darauf, wenn Sie rauchen, dass die Gashähne geschlossen sind.

Bordkasse:
Normalerweise wird für Diesel, Hafengebühren, Lebensmittel und weitere Ausgaben, die alle betreffen, eine Bordkasse eingerichtet. Es wäre sehr gut, wenn jemand von der Crew diese Bordkasse führen kann. Die Crew wird in der ersten Besprechung festlegen, was alles aus dieser Bordkasse bezahlt wird.

Kaution:
Gleich am ersten Tag wird eine Kaution von € 55,-- pro Person eingesammelt. Die Kaution wird zurückbezahlt, wenn keine Schäden am Boot, die durch die Mannschaft verursacht wurden, entstehen. Ansonsten muss für die Reparatur oder für verlorengegangene Gegenstände, wie z.B. Winschkurbel, Fender usw. dieser Betrag verwendet werden. Der Restbetrag wird an alle Crewmitglieder zurückbezahlt. Personen, die einen Schaden direkt verursacht haben, müssen diesen allein tragen.

Vor dem Auslaufen aus dem Hafen hat der Skipper sehr viel zu tun. Er muss die Bootspapiere in Ordnung bringen und sie teilweise bei der Hafenpolizei abstempeln lassen, sich nach dem Wetter erkundigen, schauen, ob genügend Diesel und Wasser an Bord ist, ob alle Lebensmittel und alle Gepäckstücke gut gelagert sind und bei Wellengang nicht herunterfallen. Er muss seinen Kurs berechnen, er muss vor der Ausfahrt alle Seeventile prüfen, ob die Gashähne zu sind, der Motor genügend Öl hat, alle Leinen und Fender an Bord sind usw.

Achten Sie darauf, was der Skipper sagt und welche Anweisungen er gibt, die dann unbedingt gleich gefolgt werden sollten. Nach dem Auslaufen aus einem Hafen, normalerweise geht das immer nur mit dem Motor, werden zum ersten Mal die Segel hochgezogen. Hierfür sind viele Hände notwendig, der Skipper wird alles genau erklären. Versuchen Sie, seine Anweisungen genau zu befolgen. Für Anfänger lauern besonders Gefahren, wenn Schoten über einen Winsch gelegt werden (Fingerquetschung) oder wenn bei Kurswechsel der Baum von einer zur anderen Seite überwechselt (Kopfverletzung).

Vor dem Auslaufen in einem Hafen sollte jedes Crewmitglied in seiner Kabine folgendes überprüfen:
- sind alle Luken geschlossen und dicht (es kann sehr schnell Spritzwasser eindringen)?
- sind alle harten Gegenstände gut verstaut und können nicht in der Kabine hin- und herkullern?
- sind alle Gläser und Flaschen rutschfest verpackt? (Glasschaden an Bord kann sehr unangenehm
sein!)
- habe ich im Notfall meine Sonnenbrille, Kopfbedeckung, Sonnenschutzmittel parat?
- liegt mein "Segelanzug" (Windjacke + Hose) griffbereit? Weiß ich, wo meine Schwimmweste oder
mein Lifebelt liegt?

Versicherungsfragen:
Der ERD hat bei jeder Reise ein Reiseversicherungspaket pauschal abgeschlossen, das bereits im Reisepreis inbegriffen ist. Zu diesem Paket gehören eine Personen- Haftpflichtversicherung. Am Ende der Buchung haben Sie die Möglichkeit ein RundumSorglos-Paket bei unserem Partner (Europäischen Versicherung) zu buchen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das ERD-Büro: 0711/82032210 oder nehmen per Mail Kontakt auf: erd@erd.de

Sonstiges

Wasserverbrauch:
Der Wasservorrat an Bord ist sehr beschränkt. Es ist erstaunlich, wieviel Wasser jeder täglich benötigt. Mit Wasser sollte unbedingt äußerst sparsam umgegangen werden.

Propangas:
Gekocht wird an Bord mit Propangas. Es sind zwei Flaschen in der hinteren Backskiste.
1 Flasche ist immer am System angeschlossen, bei der anderen Flasche handelt es sich um die Ersatzflasche, diese sollte immer voll sein. Wenn 1 Flasche leer ist, sollte sofort nach einer Ersatzflasche geschaut werden, da nicht in allen Häfen die kleinen Propangasflaschen getauscht werden können.

Abwassertank:
Nicht alle Boote besitzen einen Abwassertank. Sehr oft wird das Abwasser direkt ins Meer geleitet. Wenn das Boot keinen Abwassertank hat, sollte das WC in Häfen oder Badebuchten nicht benutzt werden. Der Abwassertank muss nach dem Auslaufen auf See geleert werden. Ein voller Abwassertank bedeutet immer auch Geruchsbelästigung an Bord.

Sauberkeit an Bord:
Auf sehr engem Raum leben für längere Zeit viele Menschen an Bord. Aus diesem Grund sollte jedes Crewmitglied dafür sorgen, dass an Bord absolute Sauberkeit herrscht. Besonders im WC, in der Küche und an Deck. Wenn erforderlich, muss das Deck geschrubbt, die Kombüse täglich ausgefegt und die Waschbecken täglich geputzt werden. Sehr oft ist an Bord ein Staubsauger, der auch täglich benutzt werden sollte.

Beiboot:
Sollte zur Segelyacht ein Beiboot gehören, so ist dieses nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Skippers von Crewmitgliedern zu benutzen. Die Handhabung des Hilfsmotors muss vom Skipper genau erklärt werden. Achten Sie darauf, dass genügend Benzingemisch im Tank ist und Sie immer zwei Ruder bei sich führen. Bei ablandigen Winden kann auch ein Beiboot zur Falle werden.

Wertgegenstände:
Bei Landgängen sind Wertsachen, Geld und andere Arten von Zahlungsmitteln sowie Ausweise sicher aufzubewahren.

Diese von uns gegebenen Tipps und Anregungen sollen für Sie das Leben an Bord angenehmer machen. Nicht alles kann der Skipper jeden Tag erklären. aus diesem Grund hielten wir es für besser, das eine oder andere schriftlich zu formulieren.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich für einen ERD-Segeltörn entscheiden.





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